So kannst du eine iOS App mit KI programmieren

Von 0 Ahnung zu einer App im App Store

Noch vor Kurzem hätte ich es mir nicht träumen lassen, eine eigene App zu entwickeln. Doch heutzutage ist es selbst als Anfänger erstaunlich einfach, mit KI-Unterstützung Software-Projekte umzusetzen. In diesem Beitrag berichte ich von meiner persönlichen Erfahrung, wie ich es als absoluter Neuling geschafft habe, innerhalb von nur drei Tagen eine App im Apple App Store zu veröffentlichen. Ich erkläre, welche Werkzeuge dafür nötig waren, welche Schritte ich unternommen habe und welche Rolle Künstliche Intelligenz (insbesondere ChatGPT) dabei gespielt hat. Wichtig ist nämlich: Trotz der Hilfe durch KI ersetzt diese nicht den menschlichen Entwickler – ohne eigene Analysefähigkeiten und Verständnis stößt man schnell an Grenzen, vor allem wenn Projekte komplexer werden. Aber der Reihe nach.

Was habe ich gebraucht? – Voraussetzungen und Werkzeuge

Um aus “0 Ahnung” eine App zu machen, habe ich folgende Tools und Voraussetzungen benötigt:

  • Mac: Ein Mac-Computer mit macOS als Entwicklungsumgebung. Für die iOS-App-Entwicklung ist ein Mac unerlässlich, da Apple’s Entwicklungswerkzeuge (wie Xcode) nur auf macOS laufen.
  • Visual Studio Code (VS Code): Ein schlanker Code-Editor, den ich für das Schreiben und Bearbeiten des Codes benutzt habe. Mit VS Code fühlte ich mich wohler als direkt in Xcode zu arbeiten, und es gibt praktische Erweiterungen für die Zusammenarbeit mit KI-Tools.
  • ChatGPT (Plus-Abo): Die KI-Unterstützung schlechthin. Ich nutzte ChatGPT als “Programmierassistenten”, um mir bei Code, Fehlersuche und allgemeinen Verständnisfragen zu helfen. Mit einer kostenpflichtigen Version (ChatGPT Plus) hatte ich Zugriff auf das leistungsfähigste Modell und konnte längere Anfragen stellen, was die Entwicklung deutlich beschleunigt hat. KI-gestützte Tools können Entwickler erheblich beschleunigen.
  • Codex Erweiterung für Visual Studio Code.
  • Xcode: Die offizielle Entwicklungsumgebung von Apple. Xcode enthält den iPhone-Simulator, Werkzeuge zum Bauen der App und ist notwendig, um die App schließlich zu signieren und in den App Store hochzuladen. Ich habe VS Code zum Coden verwendet, aber Xcode für das finale Testen und Deployen (z.B. das Erstellen eines Archivs der App für den Upload).
  • Apple Developer Account: Um Apps im App Store veröffentlichen zu können, muss man beim Apple Developer Program angemeldet sein. Die Registrierung war unkompliziert über meine Apple-ID möglich. Wichtig: Apple verlangt für ein Entwicklerkonto eine Jahresgebühr von etwa 99 USD. Nach der Anmeldung hatte ich Zugang zu App Store Connect, wo man die App-Informationen einträgt und den Upload durchführt.

Der Weg zur App: Drei Tage, drei Schritte

Im Folgenden skizziere ich meinen 3-Tage-Fahrplan von der Idee bis zur veröffentlichten App. Jeder Tag hatte einen klaren Schwerpunkt:

Tag 1: Apple Developer Account einrichten

Am ersten Tag kümmerte ich mich als erstes um die Einrichtung des Apple-Entwicklerkontos. Die Anmeldung im Apple Developer Program lief über die Apple-Webseite. Ich musste einige Formularfelder ausfüllen (Name, Adresse etc.), meine Apple-ID verifizieren und die Gebühr bezahlen.

Diese Schritte waren relativ schnell erledigt. Nach einem Tag war mein Developer-Account aktiv, und ich konnte im Apple App Store Connect eine neue App anlegen (zunächst nur als Platzhalter mit Namen und einigen Metadaten). Damit waren die Weichen gestellt: Ich war offiziell als Entwickler registriert und bereit, die eigentliche App-Entwicklung zu starten.

Tag 2: App-Entwicklung mit KI-Unterstützung

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der App-Programmierung und hier spielte die KI-Unterstützung die größte Rolle. Zunächst überlegte ich mir eine einfache App-Idee, die in kurzer Zeit umsetzbar ist. Da ich wirklich von null startete, wählte ich bewusst ein kleines, überschaubares Projekt. In meinem Fall eine App mit dem Namen „Social Formatter“, mit der man text formatieren und in Sozialen Medien wie LinkedIn einfügen kann. Dieses Konzept ist einfach genug, um es innerhalb eines Tages lauffähig zu bekommen.)

Dann legte ich mit Hilfe von ChatGPT los.

Als erstes habe ich mit Xcode eine neue iOS App erstellt um die Grundstruktur zu festzulegen.

Create iOS App mit Xcode

Den App Ordner erstelle ich mir auf dem Desktop. Danach starte ich öffne diesen Ordner.Ich arbeite also gleichzeitig mit Xcode und VS Code. Wobei ich Xcode nur zur App Simulation nutze und um Fehlermeldungen zu kopieren.
Wenn Codex in VS Code mit deinem ChatGPT Account verbunden ist dann sieht man links in der Leiste das openai Symbol, dort befindet sich das Eingabefenster für die Befehle.
Ich habe der KI detailliert beschrieben, was meine App können soll. Da das Grundgerüst bereits von Xcode erstellt wurde, kann Codex direkt mit der Umsetzung beginnen. Hier sollte man darauf achten das die Beschreibung so genau wie möglich ist.

Direkt macht sich Codex ans Werk und erstellt die gewünschten Funktionen. Ist der Vorgang abgeschlossen starte ich in Xcode direkt die Simulation. Sollte es einen Fehler in Xcode geben, poste ich diesen direkt in VS Code und Codex behebt das Problem. Das mache ich solange bis mir das Ergebnis gefällt und keine Error Meldungen mehr entstehen.

Am Ende von Tag 2 hatte ich tatsächlich eine funktionsfähige erste Version meiner App auf meinem iPhone laufen! Und das ohne ein Zeichen eigenen Code geschrieben zu haben. Es ist beeindruckend, dass dank KI-Unterstützung die Erstellung eines ersten Prototyps in wenigen Tagen gelingen kann.

Tag 3: Einreichung und Freigabe im App Store

Der dritte Tag war der spannendste: Wird Apple meine App akzeptieren? Zunächst bereitete ich alles für die Einreichung vor. In App Store Connect hatte ich bereits am Tag 1 den Name reserviert; nun ergänzte ich die App-Beschreibung, Keywords, Altersfreigabe und Screenshots. Die Screenshots erstellte ich in Canva – Apple verlangt hier bestimmte Auflösungen.

Dann kam der Schritt, der für viele Neulinge einschüchternd klingt: die App signieren und hochladen. Glücklicherweise macht es Xcode ziemlich einfach. Ich öffnete mein Projekt in Xcode, wählte Archive und ließ das Projekt bauen. Anschließend konnte ich das Archiv direkt via Xcode in den App Store hochladen. Die Integration zwischen Xcode und App Store Connect ist nahtlos: Nach ein paar Minuten Wartezeit erschien meine Build-Version zur Auswahl in App Store Connect.

Ich klickte auf “Zur Prüfung einreichen” – und dann hieß es abwarten. Apple prüft jede App auf Richtlinien-Konformität (keine verbotenen Inhalte, korrekte Funktion, Einhaltung der Datenschutzvorgaben etc.).

Damit war das Ziel erreicht: Von null Erfahrung zur eigenen App in 3 Tagen. Natürlich handelte es sich um eine einfache App, aber als Proof of Concept für mich selbst war es ein riesiger Erfolgsmoment.

Socia Formattter App Download

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-> Download

KI als Unterstützung, nicht als Ersatz des Entwicklers

Der schnelle Erfolg mit Hilfe von KI-Tools darf nicht falsch verstanden werden. Wird der Softwareentwickler jetzt überflüssig? Aus meiner Sicht (und Erfahrung in diesen drei Tagen) ganz klar: nein. ChatGPT & Co. sind fantastische Beschleuniger und Helfer, aber ohne menschliche Anleitung kommen sie nur begrenzt weit.

KI kann also keinen guten Entwickler ersetzen, aber einen Entwickler deutlich produktiver machen. Routinetätigkeiten erledigt die KI in Sekunden, sie schreibt Boilerplate-Code und hilft bei der Fehlersuche. Doch die kritische Denkarbeit – z.B. Anforderungen verstehen, Architektur entwerfen, kreative Lösungen für knifflige Probleme finden – liegt weiterhin bei uns Menschen. Gerade wenn es über einfache Prototypen hinausgeht, stößt die KI an Grenzen. Komplexe Apps stellen hohe Anforderungen an Skalierbarkeit, Sicherheit, Wartbarkeit, und hier braucht es erfahrene Entwickler, die den Überblick behalten. KI bietet hier Unterstützung als Tool zur Produktivitätssteigerung, aber sie ist kein vollwertiger Ersatz für menschliche Expertise.

Aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich sagen: Softwareentwickler werden durch KI nicht abgeschafft, sondern ergänzt. Wer offen damit umgeht, hat einen riesigen Vorteil. Ich konnte in drei Tagen etwas schaffen, wofür ich ohne KI vermutlich Monate gebraucht hätte. Gleichzeitig habe ich unglaublich viel gelernt, weil ich die KI bewusst als Lernhilfe genutzt habe. Entwickler, die KI clever einsetzen, können sich auf wichtigere Aspekte konzentrieren. KI übernimmt die Fleißarbeit, der Mensch die Denkarbeit. Die besten Ergebnisse entstehen in Zusammenarbeit, wenn die KI als Werkzeug im Werkzeugkasten des Entwicklers dient und nicht als Ersatz für dessen Köpfchen.

Fazit

Von 0 Ahnung zur eigenen App in 3 Tagen – geht das wirklich? Ja, das geht. Dank moderner KI-Tools und etwas Eigeninitiative. Meine App mag einfach und klein sein, doch sie steht tatsächlich im App Store. Dieses Experiment hat mir gezeigt, wie zugänglich Softwareentwicklung mittlerweile sein kann, wenn man die richtigen Hilfsmittel nutzt. Allerdings habe ich auch gelernt, dass KI immer nur so gut ist wie derjenige, der sie bedient. Ohne Nachzudenken einfach Code generieren zu lassen, funktioniert nur bis zu einem gewissen Punkt. Die Rolle des Entwicklers wandelt sich, aber sie bleibt essenziell: Wir werden eher zum Dirigenten einer KI-Orchester, der bestimmt, was gespielt wird.

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